Nur noch eine Woche bis zur Kassenfinanzierung der PrEP

Seit 11. Mai ist das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft getreten. Damit einher geht die Finanzierung der Präexpositionsprophylaxe (PrEP). In gut einer Woche ist es endlich soweit und gesetzlich Krankenversicherte ab 16 Jahren mit einem substanziellen Infektionsrisiko bekommen einen Anspruch auf die HIV-Prophylaxe.

Der Leistungskatalog über eine genaue Definition des erhöhten HIV-Risikos, wer die PrEP verschreiben darf und welche Leistungen eingeschlossen sind, wurde am 24. Juli durch die kassenärztliche Vereinigung beschlossen. Das komplette Pamphlet wurde hier festgehalten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen hatten bis Ende Juli Zeit, dieses Manuskript fertig zu stellen (das Manuskript gibt es hier). Damit wird es ab dem 01. September 2019 Teil des Bundesmantelvertrags, der die Regelungen zur Organisation der vertragsärztlichen Versorgung, zur persönlichen Leistungserbringung und zu Überweisungen und Verordnungen behandelt.

Die erste gesetzliche Krankenkasse, die die HIV-Prophylaxe finanzierte, war die DAK. Sie hat sogar rückwirkend zum 1. Januar 2019 die Kosten für die PrEP freiwillig erstattet.

Für die ab dem 01. September geltende Regelung muss ein so genanntes „substanzielles Risiko“ vorliegen. Damit das erfüllt werden kann, gibt es folgende Kriterien:
Es handelt sich um Männer, die Sex mit Männern haben, oder trans* Personen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten und/oder voraussichtlich in den kommenden Monaten Analverkehr ohne Kondom haben und/oder in den zwölf Monaten vor der Beratung zur PrEP-Verschreibung eine Geschlechtskrankheit hatten. Weiterhin sind Partner*innen von Menschen mit HIV, bei denen die Krankheit noch sexuell übertragbar ist, betroffen. Auch Personen, die Drogen ohne sterile Spritzenbestecke intravenös konsumieren oder Menschen, die Sex ohne Kondome mit Personen haben, die sexuell sehr aktiv sind und noch nicht getestet wurden.

Die PrEP-Versorgung besteht aus einer ärztlichen Beratung, den PrEP-Medikamenten und die Untersuchungen, die vor und während einer PrEP notwendig sind. Darin eingeschlossen sind der HIV-Test zu Beginn der Prophylaxe, vier Wochen nach Beginn und anschließend alle drei Monate, die Überprüfung der Nierenfunktion und der Hepatitis-B-Test vor Beginn.
Wenn ein Verdacht besteht, werden zusätzlich weitere Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis, Gonorrhö (Tripper) und Chlamydien überprüft.

Die Behandlung mit der Prophylaxe ist, davon abgesehen, verhältnismäßig einfach: Es ist eine dauerhafte, tägliche Einnahme einer Tablette vorgesehen, um einen Erfolg zu erzielen.

Viele PrEP-Nutzer*innen nehmen die PrEP aber auch anlassbezogen ein, d.h. sie beginnen kurz vor einem geplanten Sex-Ereignis mit der Einnahme.

Nähere Informationen zur PrEP findest du hier.

Quellen:
https://www.aidshilfe.de/meldung/hiv-prophylaxe-prep-kassenleistung
https://www.aidshilfe.de/meldung/prep-kassenfinanzierung?fbclid=IwAR1lSEum0nMRo4kDmsOYLnfuLXo2x2GVBJ8yElaNSDPlYRfMgWhD9XKXrtE
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/terminservice-und-versorgungsgesetz/prep.html
https://www.queer.de/detail.php?article_id=32975
https://www.univadis.de/viewarticle/hiv-prep-kostenuebernahme-gesetzlich-geregelt-vor-der-umsetzung-sind-noch-einige-huerden-zu-nehmen-661847